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Nachtränder · Ulf Großmann
Die reduzierten Texte bewegen sich im Radius fast verstummter Protagonisten, denen kaum Bewegungs-Spielraum gegeben oder geblieben ist; sie beleuchten
…MehrDie reduzierten Texte bewegen sich im Radius fast verstummter Protagonisten, denen kaum Bewegungs-Spielraum gegeben oder geblieben ist; sie beleuchten das Verbliebene in staubigen Wohnungswinkeln, innerhalb der Familienabwässer, und im Gebiet unbezahlter Stromrechnungen. Hier im urbanen, dort im ländlichen Raum, im DDR Nachhall oder in der gegenwärtigen Konsumentengesellschaft. Schöllkraut gegen die Warzen des Zu-Ende-Denkens wird gerissen, Flüsterflügler ziehn durch die Bars, jemand macht seine Seele mit einem Gummi an der Bierdose fest. Klaglos und polymorph betreiben die Texte Feldforschung im Areal gesellschaftlicher Verlustzonen.
Die autobiografische Bitterkeit eines Hubert Selby klingt an, und doch findet sich Streuwärme, und inmitten großer Einsamkeit erscheint ein gefallener Engel, der nachsichtig nickt. Kerstin Becker
Großmanns Bildsprache ist beißend realistisch, sie taucht ein in die stinkende Chemie der Körpersäfte, bilanziert mit erschreckender Selbstironie eine zermürbende Leibhaftigkeit …
Mit seinen klugen Wörtlichnahmen, deren metaphorische Verunglückung man in jeder zweiten Friseurreklame finden kann, trifft der Dresdner Autor mit beharrlicher Finesse den Ton der Zeit. Patrick Wilden / Ostragehege
Im Selbstgespräch sich dennoch etwas sagen lassen, von Dingen, von den Stimmen, den Verhältnissen in und um sich, das macht den Reiz dieser Kadaver und Gehorsam überformenden Verse aus. Rolf Birkholz / Am Erker
Additional Information: Eigenschaften:
ISBN: 978-3-946989-12-7
92 Seiten, Klappenbroschur